Band 10: "Trierer Apokalypse" um 800

Band 10: "Trierer Apokalypse" um 800
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Produktinformationen "Band 10: "Trierer Apokalypse" um 800"

Band 10 der Reihe Glanzlichter der Buchkunst

Entstehungszeit der Handschrift: um 800.

In einer Zeit der Wirren und heftiger Verfolgungen gegen die wachsende Kirche entstand im ausgehenden 1. Jh. n. Chr. ein Text, dessen Sprachgewalt und Symbolkraft den Leser bis heute gefangennimmt. Sein Autor, Johannes, eine bedeutende prophetische Gestalt und Autoritt innerhalb der kleinasiatischen Gemeinden, lebte zur Zeit der Niederschrift in Verbannung auf der Insel Patmos. Dort empfing er in Form von Visionen seine Offenbarungen, die das Wirken Gottes in der Geschichte, den Weg der Kirche in einer feindlichen Welt und eine Prophezeiung vom letzten Ende aller Dinge enthalten. Diese apokalyptische Schrift, die die Widerstandskraft der Christen stärken und ihnen Halt und Mut geben sollte, hat das Geschichtsbewusstsein in der ausgehenden Antike und im werdenden Europa nach der Völkerwanderung nachhaltig geprägt.

Künstler versuchten schon früh, die expressiven Sprachbilder des Textes auch bildlich umzusetzen. Neben ausgewühlten Einzelmotiven wurden bald ganze Illustrationszyklen angefertigt, deren älteste sich aus der karolingischen Zeit erhalten haben.

Von den vier auf uns gekommenen Bilder-Apokalypsen dieser Epoche ist der zu Beginn des 9. Jh.s vermutlich in einem nordfranzösischen Skriptorium entstandene Codex 31 der Stadtbibliothek in Trier zweifellos der bedeutendste. Er enthält nicht nur den ältesten, sondern auch den umfangreichsten frühmittelalterlichen Bilderzyklus zur Geheimen Offenbarung.

Die 74 ganzseitigen, rot gerahmten Miniaturen bieten keine theologischen Auslegungen der Visionen vom Antichrist und seinen Helfershelfern, sondern sind reine Textillustrationen. Jede Textsequenz wird von einer kolorierten Federzeichnung begleitet, die das erzählte Geschehen unmittelbar ins Bild umsetzt.

Ein wesentliches Kompositionsprinzip liegt in der Teilung des Bildfeldes in zwei oder drei übereinandergestaffelte Zonen, die die unterschiedlichen räumlichen (Geschehen im Himmel und auf der Erde) oder zeitlichen Ebenen gegeneinander abgrenzen. Die durch lebhafte Gesten aufeinander bezogenen, eher gedrungenden Figuren mit ihren relativ großen Köpfen entsprechen in ihrer unkörperlichen Wiedergabe der flächigen Bildauffassung, in der jeder räumliche Aspekt fehlt.

Zur Klarheit im Bildaufbau tritt eine abstrakt-dekorative Farbigkeit, die nur gelegentlich realistische Qualitäten (etwa an den Elementen der Natur) aufweist. Zu diesen stilistischen Eigenheiten der Trierer Apokalypse lassen sich in der zeitgenössischen karolingischen Buchmalerei keine direkten Parallelen benennen. Figurenstil, scharfe Konturierung, differenzierte Gewandbehandlung und das Bemhen um die Wiedergabe kontrapostischer Stellungen weisen hingegen auf eine wesentlich ältere Quelle, eine italische Vorlage des 6. Jh.s, hin.

Der spätantiken Tradition entsprechen auch die zyklische Erzählform und die Andeutungen von Leid und Schmerz in den Gesichtern der Akteure. Die Vorlage dürfte bereits den wesentlichen Bestandteil der Trierer Apokalypse enthalten haben, die vom Kopisten nur leicht variiert wurde. Im Rückgriff auf diesen italischen "Urzyklus" liegt der unschätzbare ikonographische Wert des Codex begründet.

Mit der Trierer Handschrift ist nicht nur die älteste und umfangreichste Bildfolge zur Apokalypse, sondern auch eines der wenigen Zeugnisse erhalten, die das spätantike Kunstschaffen, jene Quelle, aus der die mittelalterliche Kunst geschpft hat, widerspiegeln.

Stadtbibliothek Trier, Codex 31.
Graz 2001, Bildteil 75 folios (150 Seiten), Kommentar von Peter K. Klein, mit einem Beitrag von Richard Laufner: ca. 90 Seiten.

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